Sunday, 5. September 2010
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Studiengebühren gegen Sozialarbeit - ein paar Gedanken PDF Drucken E-Mail

Die VuB.-Fraktion hatte zu den vergangenen Haushaltsberatungen einen Antrag eingebracht, wonach die Stadt Göppingen studierenden Göppingern die Studiengebühren bezahlt. Als Gegenleistung sollen die Studenten während ihres Grundstudiums an einer baden-württembergischen Hochschule gemeinnützige Arbeit in Göppinger Einrichtungen leisten.

Die Mehrheit des Gemeinderates hat auf Vorschlag der Verwaltung dieses vom Städtetag als innovativ und interessant gekennzeichete Projekt, das ähnlich auch in Eppelheim bei Heidelberg gemacht wird, abgelehnt.

Deshalb die nachfolgenden Gedanken

Wir wollen uns nicht (mit Eppelheim) vergleichen, sondern unseren eigenen Göppinger Weg gehen!

Schwere Zeiten (finanziell, sozial und fachlich) brauchen innovative, unkonventionelle und risikofreudige Konzepte. Neue Wege geben neue Chancen und sollten wirklich nicht von vornherein geblockt werden.

Vier Wochen soziale Arbeit müssen nicht in den Ferien geschehen sondern können auch hier zu einem Teil stundenweise abgearbeitet werden, z. B. Einkaufen für ältere Menschen, Essenszeiten im Altenpflegeheim, Morgen- oder Abendstunden in Kindertageseinrichtungen mit verlängerten Öffnungszeiten (viele Studenten studieren in Stuttgart, Hohenheim, Ludwigsburg und wohnen in Göppingen.)

Wer einen besser bezahlten Ferienjob findet, soll und kann diesen ja annehmen, dennoch bleiben Studenten, die eben nicht nach Stuttgart zu Daimler fahren wollen oder können, sondern lieber ortsnah bleiben, oder wirklich auch keinen gutbezahlten Job finden.

Ist der Bedarf in der Stadt auch eruiert worden? Oder steht die Aussage des OB es ist kein Bedarf vorhanden, als subjektive Vermutung im Raum?

Ist es nicht Aufgabe einer Kommune selbst,  Studenten für Arbeiten zum Wohle der Kommune zu gewinnen, und potentielle Arbeitgeber zu motivieren, junge Menschen anzuleiten, sich für andere einzubringen, z. B. Kindereinrichtungen, Ferienheime, Vereine, Altenpflegeeinrichtungen, aber auch Garten- und Landschaftspflege, Bauhof-Arbeiten und Renovierungsarbeiten z. B.,  Malerarbeiten an Unterführungen, Brücken mit Graffitti etc.

Sicher ersetzen Studenten keinesfalls Fachkräfte. Zu vielen Tätigkeiten ist aber einfach Menschlichkeit, Geschicklichkeit und Wille Voraussetzung, dies selbstverständlich wo nötig, unter der Führung einer Fachkraft.

Nur 1000,- Euro: Wir müssen auch das gesellschaftliche Miteinander und Füreinander fördern, so darf durchaus auch ein Teil der Arbeit der Studenten als unentgeltlicher Beitrag zur Gemeinschaft gesehen werden. Ich traue dies den jungen Menschen zu!

Zu städtischem Qualitätsbewusstsein oder zu städtischer Lebensqualität gehört auch dass (junge) Menschen sich beteiligen, einbringen, und
andererseits jungen Menschen auch verschiedene Lehr- und Lernfelder zur persönlichen Weiterentwicklung geboten werden. Beide Seiten können voneinander profitieren und haben dabei monetären Vorteil.

Wir haben das Menschenbild, dass sich junge Menschen gerne und gut einbringen wenn wir Ihnen die Wichtigkeit und den Wert dieses Tuns auch ausreichend vermitteln.

2.:
a) Wäre nicht eine Mithilfe in der Essensausgabe z.B. in der Uhland-Realschule über das Jahr hinweg
in der Schulzeit für 2 mal in der Woche jeweils 2 Stunden möglich?
Brauche ich dabei qualifiziertes Personal - so qualifiziert und womöglich zertifiziert wie die Eltern?
b) Gäbe es nicht die Möglichkeit bei der Hausaufgabenbetreuung (2-4  Stunden in der Woche über das Jahr hinweg)  durch angehende Lehramts-Studenten aus Göppingen, die an der Pädagogischen Hochschule in Schwäbisch Gmünd studieren?
c) Benötige ich für einen Lesenachmittag  in den Uhlandschulen oder der Waldeckschule oder der Haierschule  (wie bei den Lesesenioren)  (2-4 Stunden in der Woche über das Jahr hinweg) ein germanistisches Studium?
Vor allem, weil die entsprechende Stelle in der Bibliothek gestrichen worden ist und die Uhlandschulen
mehr als unglücklich sind.
d) Gibt es keine Studenten der Sozialwissenschaften u.a. Fakultäten, die wirklich noch nie in Vereinen und sonstigen Einrichtungen Sozialkompetenz gelernt haben? Z. B. für und in Alteneinrichtungen??? Aber die sind ja nicht ausreichend kompetent.

3. In Göppingen wohnen genügend Studenten, die in Schwäbisch Gmünd, Stuttgart, Hohenheim, Tübingen und natürlich auch in Göppingen studieren, die sich gerne über das Jahr hinweg bürgerschaftlich engagieren würden und könnten. Dazu brauche ich nicht das schwache Argument,
Göppingen würde nicht neben einer Universitätsstadt liegen.

4. Sind Volontäre / Praktikanten in Redaktionen genauso kompetent? Z.B. um eigenständige Berichte zu schreiben?

5. Sind alle Studenten, wie durch die Ablehnung der Verwaltung suggeriert und von Ihnen ungeprüft abgeschrieben, absolut so unqualifiziert, um den hohen Qualitätsanforderungen des Stadtoberhauptes und seines Sozialbürgermeisters zu genügen? Dann dürften viele ehrenamtlichen Tätigkeiten, z.B. auch im Bürgerhaus, nicht mehr stattfinden.

 
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